Diabetische Retinopathie Luzern: Wenn Zucker die Augen gefährdet
- 22. Apr.
- 4 Min. Lesezeit

Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen unserer Zeit. Was viele Betroffene jedoch nicht wissen: Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt nicht nur Nieren, Nerven und das Herz-Kreislauf-System, sondern auch die Augen. Die sogenannte diabetische Retinopathie ist in den Industrieländern die häufigste Ursache für Erblindungen bei Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter.
Doch das muss nicht sein! Mit regelmässigen Kontrollen und modernen Therapien lässt sich das Augenlicht in den meisten Fällen erhalten. In diesem Ratgeber erfährst du, wie Diabetes das Auge beeinflusst, welche Symptome auftreten können und warum das Augenzentrum Emmen in der Region Luzern dein wichtigster Partner für die Vorsorge ist.
Was ist die diabetische Retinopathie?
Die Netzhaut (Retina) im hinteren Teil des Auges ist ein hochkomplexes, lichtempfindliches Gewebe. Sie wandelt die einfallenden Lichtstrahlen in Nervenimpulse um und sendet diese an das Gehirn – so entsteht unser Sehen. Um diese Höchstleistung zu erbringen, ist die Netzhaut von einem dichten Netz aus feinsten Blutgefässen durchzogen, die sie mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.
Bei Patienten mit Diabetes (sowohl Typ 1 als auch Typ 2) führt ein dauerhaft schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel dazu, dass genau diese feinen Blutgefässe geschädigt werden. Die Gefässwände werden brüchig, undicht oder verstopfen komplett. Dieser krankhafte Prozess an der Netzhaut wird als diabetische Retinopathie bezeichnet.
Die Stadien der Erkrankung
Die diabetische Retinopathie entwickelt sich meist schleichend über viele Jahre hinweg und wird in zwei Hauptstadien unterteilt:
1. Die nicht-proliferative diabetische Retinopathie (NPDR)
Dies ist das Frühstadium der Erkrankung. Die feinen Blutgefässe in der Netzhaut weisen kleine Aussackungen (Mikroaneurysmen) auf. Aus diesen undichten Stellen können Blut und Blutbestandteile (wie Fette und Eiweisse) in das umliegende Netzhautgewebe austreten. Die Netzhaut schwillt an. In diesem Stadium bemerken die meisten Patienten noch keine oder nur sehr geringe Seheinschränkungen.
2. Die proliferative diabetische Retinopathie (PDR)
Wenn die Erkrankung fortschreitet und immer mehr Blutgefässe verstopfen, leidet die Netzhaut unter einem massiven Sauerstoffmangel (Ischämie). Als "Notfallreaktion" schüttet das Auge Botenstoffe aus, die das Wachstum neuer Blutgefässe anregen (Proliferation).
Das Problem: Diese neu gebildeten Gefässe sind minderwertig, extrem instabil und wachsen unkontrolliert in den Glaskörper des Auges hinein. Sie reissen sehr leicht, was zu massiven Einblutungen in das Augeninnere führt. Zudem kann sich Narbengewebe bilden, das an der Netzhaut zieht und im schlimmsten Fall zu einer Netzhautablösung (Ablatio retinae) führt – einem absoluten augenärztlichen Notfall, der unbehandelt zur Erblindung führt.
Das diabetische Makulaödem (DMÖ)
Eine besonders gefährliche Komplikation, die in jedem Stadium der Retinopathie auftreten kann, ist das diabetische Makulaödem. Die Makula (der "gelbe Fleck") ist die Stelle des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut. Wenn aus den geschädigten Gefässen Flüssigkeit genau in diesen Bereich austritt, schwillt die Makula an (Ödem). Die Folge ist ein rapider und massiver Verlust der zentralen Sehschärfe. Lesen, Autofahren oder das Erkennen von Gesichtern werden plötzlich extrem schwierig.
Symptome: Wann sollten Diabetiker zum Augenarzt?
Das Tückische an der diabetischen Retinopathie ist, dass sie im Frühstadium völlig schmerzfrei verläuft und keine spürbaren Symptome verursacht. Wenn Sehstörungen auftreten, ist die Erkrankung meist schon weit fortgeschritten. Zu den Warnsignalen gehören:
Verschwommenes oder unscharfes Sehen (oft schwankend, abhängig vom aktuellen Blutzuckerspiegel)
Leseschwierigkeiten
Dunkle Flecken, "Russregen" oder fliegende Mücken im Sichtfeld (ein Zeichen für Einblutungen in den Glaskörper)
Verzerrtes Sehen (gerade Linien erscheinen wellig)
Beeinträchtigtes Farbsehen
Plötzlicher, massiver Sehverlust auf einem Auge
Wichtig: Warte als Diabetiker niemals, bis Symptome auftreten! Die regelmässige Vorsorgeuntersuchung ist der einzige Weg, um Schäden rechtzeitig zu erkennen.
Diagnose im Augenzentrum Emmen
Im Augenzentrum Emmen in der Region Luzern bieten wir Diabetikern ein umfassendes und hochmodernes Screening-Programm an. Unsere Diagnostik umfasst:
Spaltlampenuntersuchung mit Pupillenerweiterung: Der Augenarzt untersucht den Augenhintergrund detailliert auf kleinste Blutungen, Ablagerungen oder Gefässveränderungen.
Optische Kohärenztomografie (OCT): Mit diesem hochauflösenden, schmerzfreien Laser-Scan erstellen wir exakte Querschnittsbilder der Netzhaut. So können wir ein diabetisches Makulaödem bereits im Mikrometerbereich erkennen und die Netzhautdicke präzise messen.
Fluoreszenzangiografie: Bei Bedarf spritzen wir einen gut verträglichen Farbstoff in eine Armvene. Über eine spezielle Kamera machen wir die Durchblutung der Netzhaut sichtbar und können undichte oder verschlossene Blutgefässe exakt lokalisieren.
Moderne Behandlungsmöglichkeiten
Die beste "Behandlung" der diabetischen Retinopathie ist die Prävention durch eine optimale Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfettwerten in Zusammenarbeit mit deinem Hausarzt oder Diabetologen.
Wenn die Erkrankung am Auge jedoch bereits fortgeschritten ist, stehen uns im Augenzentrum Emmen hochwirksame Therapien zur Verfügung, um den Sehverlust zu stoppen:
1. IVOM-Therapie (Intravitreale operative Medikamenteneingabe)
Bei einem diabetischen Makulaödem oder der Bildung neuer, krankhafter Blutgefässe ist die IVOM heute der Goldstandard. Dabei wird unter sterilen Bedingungen und lokaler Betäubung ein spezielles Medikament (ein sogenannter VEGF-Hemmer oder Kortison) direkt in den Glaskörper des Auges gespritzt. Das Medikament dichtet die Gefässe ab, lässt die Schwellung der Makula abklingen und hemmt das Wachstum neuer Gefässe. Die Behandlung ist nahezu schmerzfrei, muss aber in der Regel regelmässig wiederholt werden.
2. Laserkoagulation
Mit einem speziellen medizinischen Laser können undichte Blutgefässe an der Netzhaut "verschweisst" werden. Bei der proliferativen Form (Sauerstoffmangel) werden die Randbereiche der Netzhaut gelasert. Dadurch sinkt der Sauerstoffbedarf des Auges, und die Produktion der Botenstoffe, die das krankhafte Gefässwachstum anregen, wird gestoppt.
Vorsorge-Richtlinien für Diabetiker
Um dein Augenlicht zu schützen, gelten folgende Empfehlungen der augenärztlichen Fachgesellschaften:
Typ-1-Diabetiker: Die erste augenärztliche Untersuchung sollte spätestens fünf Jahre nach der Diagnose erfolgen, danach jährlich.
Typ-2-Diabetiker: Da der genaue Zeitpunkt des Krankheitsbeginns oft unklar ist, sollte die erste Augenuntersuchung sofort nach der Diagnose stattfinden, danach ebenfalls jährlich.
Bei Schwangerschaft: Diabetikerinnen, die schwanger werden möchten oder sind, sollten ihre Augen besonders engmaschig kontrollieren lassen, da sich eine Retinopathie während der Schwangerschaft schnell verschlechtern kann.
Dein Augenarzt für Diabetiker in Luzern und Emmen
Die Diagnose Diabetes erfordert viel Disziplin im Alltag. Wir im Augenzentrum Emmen möchten dir die Sorge um dein Augenlicht abnehmen. Unser erfahrenes Team aus Fachärzten für Ophthalmologie ist auf die Diagnostik und Therapie von Netzhauterkrankungen spezialisiert.
Wir bieten dir modernste OCT-Diagnostik, routinierte IVOM-Behandlungen und eine einfühlsame, mehrsprachige Betreuung (Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch). Dank unserer flexiblen Öffnungszeiten – auch am Samstag – lassen sich die wichtigen Kontrolltermine problemlos in deinen Alltag integrieren.
Lass nicht zu, dass der Zucker dir die Sicht raubt. Vereinbare noch heute deinen jährlichen Vorsorgetermin im Augenzentrum Emmen – ganz einfach online via OneDoc oder telefonisch. Wir freuen uns darauf, deine Augengesundheit langfristig zu erhalten!
